Wer wurde am selben Tag geboren wie Abraham Lincoln?

Darwin. Aber um Charles geht es jetzt nicht, es geht um Darwin (NT). Eine beschauliche Kleinstadt an der Nordküste Australiens. Dennoch ist sie mit ihren 80 000 Einwohnern die größte Stadt des Northern Territory. Und da jeder Backpacker hier vorbei kommt, ist Darwin voll mit ihnen. Und wahrscheinlich habe ich deswegen keinen Job hier gefunden. Nein, ich habe in den drei Wochen, in denen ich in dieser Kleinstadt weile, keine Arbeit gefunden. Übrigens drei Wochen, in denen man nicht am herrlichen Strand bei strahlendstem Sonnenschein ins azurblaue Wasser eintauchen konnte. Die Saison der tödlichen Würfelquallen hat begonnen. Wer ins Wasser geht, stirbt (oder wird unter entsetzlichen Schmerzen von der Lifeguard geborgen, die Chancen dürften 50:50 stehen).

Der Strand des Todes

In diesen drei Woche habe ich das Museum des Northern Territory mehrfach besucht, ganze Tage im hiesigen Parlament verbracht (freier Internetzugang) und unter anderem festgestellt, das das miese Hostel, in dem ich in der ersten Woche genächtigt habe, das beste im Ort ist.

Sweetheart. Das Krokodil, so gerne Schiffeversenken spielte ist nach seinem tragischen Tod 1979 im Northern Trritory Museum ausgestellt.

Ich bin mittlerweile bei drei Jobagenturen registriert, und durfte immerhin einmal kellnern: Auf dem Jahrestreffen der australischen Football-Senioren. Ich habe noch nie so viel Alkohol so schnell verschwinden sehen.

Ich als Kellner

Ich war sogar bereit, auf einer Mangofarm zu arbeiten. Interessanterweise haben wir grade die schlechteste Mangosaison seit fünf Jahren. Meine Erklärung für meine erfolglose Arbeitssuche ist übrigens simpel und verdammt überzeugend (denn es ist nicht meine Schuld, zumindest nicht die Schuld meiner jetzigen Inkarnation): Karma. In meinem vorherigen Leben war ich entweder eine Würfelqualle oder ein Kreationist, anders kann ich mir mein schicksalhaftes Pech in Darwin nicht vorstellen.

Da zudem die Regenzeit ihre dunklen Wolkenfinger nach Darwin ausstreckt (ich bin gestern zweimal von tropischem Regen durchnässt worden), werde ich meinen Rucksack packen und gen Südwesten reisen. In Kununarra ist grad Kürbissaison.

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Ab in den Süden!

Es ist Ende Movember, und mittlerweile habe ich Perth erreicht. Nach Wochen in winzigen Kleinstädten, abgelegenen Farmen und vereinzelten Campingplätzen ist die Ankunft in einer Metropole ein Erlebnis. Selbst wenn hier die Läden schon zwischen fünf und sechs Uhr abends schließen – im sonst so marktliberalen Australien eine ziemliche Überraschung.

Dafür war die Reise von Broome eine gute. Nicht nur, dass Helge von seiner fürsorgenden Freundin das neue Farin Urlaub-Album zugeschickt bekommen hat (und Zu Heiss ist definitiv das Lied für Australien), nein, wir haben auch noch eine Mitreisende gefunden. Saskia war so unvorsichtig, zu zwei Wildfremden ins Auto zu steigen und 2400 Kilometer (oder Ks, wie der Australier sagt) mit ihnen zu reisen. Und die Reise hat sich gelohnt! Nicht nur, dass wir wieder in der Zivilisation angelangt sind, natürlich war der Weg das Ziel.

Drei zwielichtige Gestalten am Fern Pool in Karijini

Unterwegs sahen, durchwanderten und durchschwommen wir atemberaubende Schluchten im Karijini-Nationalpark und ein grandioses Korallenriff, nur 20 Meter vom Strand vor Coral Bay entfernt. Und wir sahen „wilde“ Delfine, die in einem Ort namens Monkey Mia* jeden Morgen für die Touristen gefüttert werden. Und uralte Stromatolithen. Und die Pinnacle Desert, die beweist, dass die ersten Europäer auf dem Kontinent Gallier gewesen sein müssen.

Ausschau nach Obelix

Natürlich habe ich circa 7 Milliarden Fotos gemacht, von denen ich drei bei dieser Gelegenheit präsentiere. Der Ford Falcon hat auch gehalten. Naja, zumindest größtenteils. Aber Helge hat einen guten Mechaniker gefunden, der die diversen Kleinigkeiten beheben kann. Aber wer konnte auch damit rechnen, dass ein Auspuff einfach so zerbricht? Jetzt werde ich den Hostelaufenthalt in Perth genießen (ein richtiges Bett – Yay!) und nach den nächsten Jobs Ausschau halten. Und zum Abschluss: Immer auf Sid Seagull hören!

Sid Seagull – verwandt mit Steven Seagal?

*dessen Namen sich übrigens niemand so richtig erklären kann – es gibt keine Affen in Australien

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Immer noch in Perth…

In der Tat befinde ich mich immer noch in der Hauptstadt von Western Australia, Perth. Nachdem ich Weihnachten und Sylvester ganz gut überstanden habe, verdinge ich mich im Moment als Putze, Hilfskoch und Gästeanwerber in der Rainbow Lodge, einem Backpackerhostel in East Perth.

Der leider ausgestorbene Riesenwombat – im Museum of Western Australia zu bewundern

Aber nicht nur das, ich habe bereits Kontakt zur westaustralischen Community-Radio-Szene aufgenommen und war schon auf 6EBA, dem multikulturellen Sender für Perth und Umgebung in der Sendung Moonlight Session zu hören. Dort habe ich den Australiern wunderbare Weltmusik wie Farin U, Deichkind, Kettcar, Seeed und Gogol Bordello vorgestellt. Ein grandioser Spaß. Und nächsten Mittwoch bin ich dort wieder auf Sendung, in der Show Shinobi Burger werde ich ein wenig über die deutsche Comicszene plaudern.

Ein unhöflicher Koala

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I’ll be back

Diesen Sonntag ist es soweit: Der Fabian kehrt zurück aus dem Land der Känguruhs und Emus.

Übrigens sehr reinliche Tiere.

Vorher noch einmal vielen Dank an die beiden besten Radiosender der südlichen Hemisphäre: Die Arbeit bei 6EBA und RTRFM waren großartig! Besonders RTRFM überzeugt durch permanent grandiose Musikauswahl. Zum weiteren Beleg dieser Großartigkeit möchte ich auf diese Kritik einer André-Rieu-CD verweisen. Awesome.

Und ich hab das echte Bielefeld gefunden. Zur Verwirrung übrigens anders geschrieben.

Ansonsten: Riesenbäume gesehen, raufgeklettert. Schlange gesehen, nicht gebissen worden.

Das Kriechtier. Kann das jemand identifizieren?

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Neues vom Andersrum-Land

Eigentlich wollte ich diesen Blog nur benutzen, um Werbung für meine großartigen Kurzgeschichten und von mir verfassten Rollenspielkram zu machen. Aber besondere Umstände verlangen nun einmal nach besonderen Maßnahmen und jetzt bin auch ich ein Privatblogger – über meine Reisen durch Down Under, dem Andersrum-Land (wegen Kopf nach unten und so…).
Ich bin jetzt seit zwei Tagen in Sydney (siehe meine neue Kopfzeile), habe allerdings auch noch nicht viel gesehen. In meinem verzweifelten Versuch, den Jetlag abzuwehren, bin ich ein wenig in zombiehafter Trance durch die Innenstadt gewankt und habe den Hafen gesehen und das Marinemuseum besucht (ein sehr verzweifelter Versuch mich vom Einschlafen abzuhalten).

Mein erster Eindruck: Sydney ist voll mit hektischen – aber sehr höflichen – Menschen. Mein Hostel (Billabong Gardens) ist angemessen, aber verirre mich andauernd auf der Suche nach ihm. Vielleicht ziehe ich demnächst um.

Zum Abschluss ein pittoreskes Bild von einem U-Bahn-Schild mit Möwen. Das scheint hier nicht ungewöhnlich zu sein, ich musste in einem Cafe Tauben von meinem Tisch scheuchen.

Möwen, sitzend auf einem U-Bahn-Schild

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Alice, Alice, who the fuck is…

Alice Springs. Eine Kleinstadt im Nirgendwo, durchkreuzt vom Todd River, der nur alle paar Jahre Wasser führt. In Ermangelung eines konkreten Wortes für ein solches Landschaftsmerkmal (auf den Karten stand nur „Todd River, usually dry“) erfand Liana die Wortschöpfung Dryver [dɹɪvə]. Eine passende Lösung, die sicherlich in absehbarer Zeit in ganz Australien verbreitet sein wird und die ganzen usually dry “Rivers” und “Creeks” ablösen wird.

In „The Alice“ fanden wir Unterkunft in einem YHA-Hostel, wo wir endlich auch Betten, aber auch jede Menge Backpacker vorfanden. Nach der Abgeschiedenheit der Campingplätze und nur vereinzelten Zusammentreffen mit Australiern waren wir die zahlreichen deutschen Postabiturienten, die sich in den Hostels Australiens rumtreiben nicht mehr gewohnt. Aber egal, Hauptsache Matratzen, die man nicht jeden Abend aufblasen musste und nicht mehr täglich um sieben Uhr morgens aufwachen, weil die Sonne das Zelt gnadenlos aufheizt.

Nach zwei Tagen Relaxen (und einem kurzen Besuch bei den Royal Flying Doctors), waren wir dabei unsere lange staubige Wüstenreise fortzusetzen. Als wir bemerkten, dass ruchlose Schurken den Ford Falcon aufgebrochen hatten.

Der Millenium, äh, Quatsch, der Harrison, nee, der Ford Falcon

Das kleine Seitenfenster hinten links war zerschmettert und das Gefährt durchwühlt worden. Ein kurzer Moment der Panik. Was war im Auto? Hatte ich vorher meine Habseligkeiten ins Hostel geholt? Kurze Checkliste: Waren meine Wanderschuhe noch da? Ja. Meine Postkarten? Ja. Lianas und Helges CDs (welcher Dieb konnte schon einer umfangreichen Ärzte-Kompilation widerstehen)? Ja. Hmm, was war noch im Auto gewesen? Mein Lonely Planet, meine Backpackerbibel! Aber da lag er noch. Nur … was waren das für Flecken? Hatten die Einbrecher eine kleine Kaffeepause gemacht und versehentlich etwas davon über meinen Lonely Planet verschüttet? Litten sie an chronischem Nasenbluten? Oder an flüssigem Stuhl? Vorsichtig schnüffelte ich am Einband. Kein spezifischer Geruch. Sollte ich CSI Alice Springs um einen DNS-Abgleich bitten? Aber das erschien uns wie eine überflüssige Maßnahme. Schließlich war nichts abhanden gekommen.

Verdächtiger Nummer 1: Ein flüchtendes Känguruh

Mit einem milden Fluch auf den Lippen verließen wir „The Alice“ – um von einem warmen Wüstenregen überrascht zu werden. Mit einem zerschmetterten Autofenster. Nachdem wir seit zwei Wochen keinen Regen mehr erlebt hatten. Schlechtes Karma? Wer weiß. Aber der Regen war schnell vobei (und noch schneller getrocknet). Jetzt ging es erstmal Richtung Darwin, zur Stadt der tätowierten Kühlschrankbewohner.

Verdächtiger Nummer 2: Ein lauerndes Känguruh

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Bates Hostel?

Nach The Alice landeten wir gleich in einer wahren Perle des Outbacks: Barrow Creek. Die Dämmerung brach heran und auf der Suche nach Unterkunft hielten wir hier.

Vor uns erhob sich eine heruntergekommene Tankstelle aus dem Outback. Die einzigen Geräusche waren das feindselige Bellen eines Hundes aus der Ferne und das rostige Knarren einer Windmühle. Der tätowierte, bärtige Glatzkopf an der Theke schickte uns hinter das Haus, wo wir unsere Zelte im Innenhof eines weiteren Gebäudes aufstellen konnten. Anscheinend hatte der Wirt – oder wer auch immer in dieser Ödnis auf solche Einfälle kam – eine Art Gästehaus errichtet. Aber seit der Fertigstellung vor acht Jahren wurde es nicht eingerichtet und verwandelte sich langsam in eine Ruine. Vor dem Zeltaufbau wollten wir noch einen Blick auf die zahlreichen Autowracks hinter unserem neuen Domizil werfen. Mit etwas Glück war vielleicht ein Ford Falcon mit intaktem Fenster darunter, den wir ausschlachten konnten (siehe unten). Der Wirt hatte sein OK gegeben und wir gingen auf Wracksuche.

Direkt das erste Auto war ein Ford Falcon mit total zerschmetterter Front, der auf einem Anhänger vor sich hinrostete. Wir fragten uns, was aus den Besitzern geworden war. Helge wähnte sie angesichts der Schäden am Auto nicht mehr unter den Lebenden. Und da wir beim Öffnen der Hintertür auf seit Jahren angegammelte Landkarten und Taschen stießen, hatte Helge wohl recht. Das mulmige Gefühl, das sich jetzt einstellte, ignorierten wir vorerst. Während meine Travelmates versuchten, die Scheibe aus der Tür zu stemmen, blickte ich mich ein wenig um. Nicht weit weg vom Wrack hatte jemand ein Kreuz auf einem kleinen Erdhügel aufgestellt. Wir interpretierten das recht schnell und einhellig als Zeichen von Tierliebe („Da hat sicher bloss jemand seinen Hund begraben“) und ich ließ die beiden alleine um schon einmal mein Zelt aufzubauen.

Später habe ich einem Australier davon erzählt. In diesem Moment, meinte er, wäre er an meiner Stelle abgehauen. Er hatte Wolf Creek gesehen, und erwähnte, dass nicht weit von Barrow Creek 2001 zu einem Vorfall kam, der diesen Film mitinspirierte. Ich weiß schon, warum ich den nicht gesehen habe.

Zwei Stunden später hatten wir in undurchdringlicher Dunkelheit und auf ebenso undurchdringlichem Boden unsere Zelte errichtet, und beschlossen auf ein Bier in der Bar einzukehren (so schlimm konnte es doch nicht sein). Mit dem, was jetzt kam, hatte keiner von uns gerechnet.

Der Wirt, seine Frau und ein Trucker saßen auf der Veranda und sahen sich auf einem tragbaren DVD-Player Die Hard 4 an. Mit „Grab a seat and sit down.“ waren wir eingeladen. So nahmen wir mitten in der Ödnis an einen Filmeabend mit Outbackbewohnern und Truckern teil, von denen sich zum Glück keiner als Axtmörder herausstellten. Nach Die Hard kramte der Wirt in seiner DVD-Sammlung, so dass wir auch noch in den Genuss von Hitman kamen. Nur Wolf Creek hatte er nicht da.

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Kürbisfarm&Ameisenalarm

Das Farmwerk ist getan, ich bin wieder unterwegs. Mein alte Reisekollege Helge hatte eine Biofarm im Nirgendwo ausgemacht, die noch Farmhands brauchte. Tatsächlich wartete dort jede Menge Arbeit auf uns. Nach dem Ernten diverser Obst- und Gemüsesorten (als da wären: sauschwere Melonen, Kürbisse inmitten nesselbewehrter Ranken und Zitronen in Bäumen voller grüner, bissiger Ameisen), dem Packen großer, kleiner und mittelgroßer Kürbisse in unzählige Schachteln, dem Düngen von Bäumen und dem Jäten von Unkraut bin ich recht froh, zuerst einmal mit Farmarbeit abgeschlossen zu haben.

Ein Waran im Litchfield Park. Putzig.

DIe Arbeitskollegen und die Chefs waren größtenteils in Ordnung, und wenn nicht, dann hatten sie wenigstens Unterhaltungspotential. So hatte ich das Vergnügen, Mandy&Sandy, die dümmsten Sächsinnen der Welt zu treffen. Herrliche Gespräche entstanden in den Pausen. Sandy: „Ihr wart nicht beim Bund? Wolltet ihr euch nicht abhärten?“ oder Helge zu Sandy: „Wann waren denn bei euch die letzten Landtagswahlen?” Antwort Sandy: „Weiß ich doch nicht. Bin ich Politologiestudentin?“ oder der folgende Dialog: „Wir Ossis sind nicht so prüde wie ihr Wessis!“ „Wieso, was macht ihr denn für Schweinereien?“ Sandy errötet: „ Ähm, auch mal aus der selben Tasse trinken…“ Während all dieser Gespräche saß Mandy stumm daneben und las ein Buch. Immerhin. Dafür konnte sie aber kein Englisch („The peanut butter is all!“ sagte sie, und meinte tatsächlich, damit ausgedrückt zu haben, das Erdnussbutterglas wäre leer).

Außerdem war da noch John, der cholerischste Farmer von ganz Australien. Unvergessen werden uns seine kurzen, knackigen Ansprachen auf dem Feld sein („Don’t walk on the fucking plants!“ „Fucking listen for one minute!“ „Don’t fucking stand!“). Besonders Helges Disput mit ihm über richtiges Kürbiswerfen – nach dem Helge dann auch den Hof verlassen hat – war ein spezielles Erlebnis. Aber es war nicht alles schlecht, und es gab auch nette Leute dort.

Wenige Tage später traf ich im Marktflecken Katherine Helge wieder, und wir begannen unsere Reise in den Westen. In Western Australia angekommen haben wir in einem kleinen Nest namens Wyndham gecampt. Allerdings müssen wir dort wohl auf einem alten Aborigine-Friedhof geparkt haben, anders kann ich mir den Fluch nicht erklären: Mitten in der Nacht wurde ich von schmerzhaftem Jucken geweckt. Tausende Ameisen hatten den Weg in mein Zelt gefunden. Ich ging duschen, um mich der fiesen Sechsbeiner auf meiner Haut zu entledigen. Nach meiner Rückkehr hatten die Ameisen zu meiner Enttäuschung nicht spontan das Zelt verlassen. Verdammt. Ich schlief also unter dem berückenden australischen Sternenhimmel, wo Moskitos etwa drei Liter meines Blutes verzehrten. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass die Ameisen nicht nur mein Zelt okkupiert, sondern auch die Kiste mit den Vorräten entdeckt hatten. Dass an dem selben Tag Helges Ford Falcon den Geist aufgab, und sich seitdem nur noch starten lässt, wenn man mit einem Schraubenzieher im Motorraum rumfriemelt und die richtigen Drähte kurzschließt, muss ich wahrscheinlich nicht erwähnen.

Nichts wie raus aus Wyndham!

Aber trotz des verfluchten Autos und der Ameiseninvasion haben wir es jetzt nach Broome geschafft. Hier ist die erste Küste, an der ich in Australien schwimmen konnte (warm genug und keine tödlichen Würfelquallen) und einem großartigem Sandstrand. Wir werden hier noch ein paar Tage auf ein oder zwei Mitfahrer warten, und dann nach Perth aufbrechen.

On the road again

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Jack Brooks: Monster Slayer

Jaha, eine neue Kategorie: Monsterfilmrezension!* Und warum? Um den Lesern etwas Neues zu bieten? Weil ich es kann? Oder weil Jack Brooks: Monster Slayer so hart rockt? Vielleicht. Kommen wir nun zur Rezension.

Wer ist dieser Jack Brooks eigentlich? Mr. Brooks ist ein Klempner. Als er noch ein Kind war wurde seine Familie bei einem Campingausflug von einem Monster gefressen. Ein trauriges Schicksal. Kein Wunder also, dass der erwachsene Jack (Trevor Matthews) seine Aggressionen nur mühsam in den Griff kriegt. Deswegen hat er Probleme mit seiner nervigen Freundin, mit dem Chemie-Kurs, den er in der Abendschule besucht und mit seinem Psychiater, der natürlich Mr. Silverstein heißt. Während wir Jack beim Versagen im Alltag beobachten, sehen wir gleichzeitig, wie sein Chemie-Professor Crowley (sic), gespielt von Robert Englund (sic!), etwas in seinem Garten ausgräbt: Eine Kiste, die nicht nur Menschenknochen, sondern auch ein pechschwarzes Herz enthält. Ein immer noch schlagendes Herz…

Der Film bietet neben dem Alltag eines aufbrausenden Klempners und einem amokkotzenden Robert Englund auch – passend zum Titel – jede Menge Monstrositäten: einen japanischen Tentakeldämon, mehrere fleischfressende Mutanten, einem Waldtroll und sogar einen afrikanischen Zyklopen – Booya! Übrigens alle Kreaturen sind handgemacht, keine einzige eine schnöde Computeranimation. Und auch wenn es ein wenig dauert, bis es zu blutigen Gewaltexzessen und massivem Monsterschlachten kommt, bietet der Film doch jede Menge Spaß.

“So… He ate your hand? How did you dig the hole?” “God dam it, it wasn’t easy!”

Mein Fazit: Sieben von Zehn blutigen, herausgerissenen Herzen – und eine angebissene Niere.

*Ja, da muss ich mir noch einen ganz toll lustigen Wortspieltitel einfallen lassen.

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The Signal

Und wieder ein neuer Eintrag in der epochalen Reihe Monsterfilmkritiken … obwohl – geht es in The Signal überhaupt um Monster? Der Film beginnt mit einem merkwürdigen Störsignal, das von Fernsehern, Handys und anderen elektronischen Geräten ausgestrahlt wird. Mya kommt gerade von einem Schäferstündchen mit ihrem Geliebten Ben zurück und muss miterleben, wie die Menschen um sie herum (auch ihr eigener Mann) immer seltsamer werden. Paranoia, Schizophrenie und schließlich mörderischer Wahnsinn greifen um sich. Innerhalb weniger Stunden greifen Leute zu Baseballschlägern, Heckenscheren und Akkuschraubern (!!!), um ihren Nächsten das Lebenslicht auszublasen. Der erste Teil (Regie David Bruckner) führt uns in diese mörderische Apokalypse, in der der Mensch des Menschen Wolf ist. Im zweiten Teil (Regie Dan Bush) wird man Zeuge einer blutigen Sylvesterparty, auf der Myas Mann Lewis auftaucht. Im dritten Teil (Jacob Gentry) kommt es zur Flucht von der “Party”  zum Terminal 13, an dem Mya auf Ben warten wollte. Alle Teile sind blutig, beklemmend und – brilliant.

Im Gegensatz zum klassischen Zombiefilm, bei dem der Überlebenskampf normaler Menschen gegen die unzähligen Untoten thematisiert wird, wird bei The Signal immer unklarer, wer einer von “ihnen” ist und wer nicht. In einigen Szenen sieht man die Halluzinationen der “Crazies” als normale Teile der Filmhandlung, so dass die Paranoia auch den Zuschauer packt. Wer ist normal? Ist wer normal? Zu packender Story und guter Regie kommen noch (allesamt unbekannte) Schauspieler, die ihre Rollen verdammt glaubwürdig rüberbringen.

The Signal hat alles, was einen guten Horrorfilm ausmacht – und dann noch das Quentchen mehr, das den Schrecken direkt ins Kleinhirn transferiert. Und auch, wenn die Grundidee aus Stephen KingsPuls” (Originaltitel “Cell”) bekannt vorkommt, machen Bruckner, Bush und Gentry mehr aus der Story als der Horrorkönig. Wo King die allseits bekannte Zombie-Survival-Story (eine Notgemeinschaft gegen die Zombies/Phonecrazies gegen die anderen Überlebenden) schildert, haut The Signal dem Zuschauer noch einmal die volle Kelle Paranoia um die Ohren: Wo fängt der Wahnsinn an? Was kommt nach dem Wahnsinn? Und: Kann Enthauptung noch Selbstverteidigung sein?

Apropos Enthauptung, der Film ist stellenweise extrem brutal und blutig, so dass ihn Kinder, schwangere Frauen und Menschen mit Herzschwäche … ähm … niemand mit einer Abneigung gegen literweise Kunstblut und abgetrennte Gliedmaßen sehen sollte. Stellenweise merkt man The Signal auch das schmale Budget an, etwa wenn Außenszenen immer nur in kleinen Straßen spielen oder komplett in Halbtotale gefilmt sind. Abgesperrte Straßenzüge wie bei 28 Days Later wären aber wahrscheinlich auch zu viel erwartet. Und da ist noch der Anfang! The Signal beginnt mit zwei Minuten aus dem Kurzfilm The Hap Hapgood Story von Jacob Gentry. Das ganze sieht aus wie ein billiger Siebziger-Jahre-Slasher und ist extrem irritierend. Fast hätte es mich davon abgehalten, den Film zu sehen. Meine Empfehlung: Fast Forward, und durch!

Fazit: Nur wenige Mankos an einer ansonsten fast makelosen kleinen blutigen Horrorperle, 9 von 10 bluttriefenden Mordwerkzeugen.

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